Montag, 25. Januar 2016

Sylt - nicht nur für reiche Schnösel!?



Nicht nur die Urlaube in Österreich gehören zu unserer Familientradition, wir verbringen auch häufig unsere Sommerferien auf der Insel, vollbepackt mit der kompletten Windsurfausrüstung. Meist geht es an den Ellenbogen auf Sylt, wir probieren aber auch häufig Nordstrände am Festland aus…allerdings waren wir dort meist enttäuscht. Der Ellenbogen in List ist optimal. Es ist nahezu unmöglich dort abzutreiben, man hat genug Platz zum Auf- und Abbauen, das Wasser ist nicht allzu tief und wir haben fast immer ausreichend Wind. Meist verbringen wir die vollen 6 Stunden der Flut dort oben bis man kaputt ins Bett fällt und nur noch zum Abendbrot wieder aufsteht.



Ich habe bereits mit 6 Jahren meinen Surfschein gemacht und bin mit meiner alljährlichen Leistung zufrieden. Ich bin keine Profisurferin (was ziemlich schade ist, da ich die ganzen Mädels um ihr Reise-Abenteuer-Leben ganz schön beneide), aber für eine ausreichende Ladung Spaß reicht das schon ganz gut aus.
Als wir im Oktober in Spanien schnorcheln waren, habe ich auf jeden Fall Blut geleckt, was Tauchen und Unterwassersport angeht. Mein Freund hat mir passend dazu einen Tauchschein zu Weihnachten geschenkt, den wir demnächst in Angriff nehmen wollen. Da freue ich mich schon riesig drauf. Unter Wasser nimmt man alles ganz anders war. Es ist viel ruhiger und langsamer, obwohl über einem die Wellen wie wild aneinander klatschen. Man entdeckt Fische in jeglichen Farben und Formen, Krabben die schimmern und ellenlange Fühler haben oder auch kleine Oktopusse, deren Verhalten ich stundenlang beobachten könnte.  
Ein ewiger Traum von mir ist es auch noch einmal mit Haien zu tauchen. Ich hoffe, ich komme diesem nun ein Stück näher.
Kite-Surfen und Wellenreiten stehen auf jeden Fall auch noch weit oben auf meiner Liste. Wenigstens einmal ausprobieren muss drin sein.




Aber ich schweife ab - zurück zur Insel Sylt: Es gibt etliche Vorurteile, dass nur die letzten Schnösel auf der Insel Urlaub machen oder eher gesagt, ´ne ganze Menge Kohle und Prahlerei raushängen lassen würden. Ja, das stimmt zum Teil, aber genauso gut kann man seine Zeit außerhalb der Oberschichtrestaurants verbringen. Die Insel hat so viel zu bieten und dafür muss man nicht mal tief ins Portemonnaie gucken. Für 6€ am Tag haben wir uns Mountain-bikes geliehen und sind von Westerland bis nach Hörnum geradelt. Der Weg dorthin über die Dämme und Dünen entlang dem Wasser war wunderschön.



Unten im Hafen hatten wir Glück und konnten „Willi“ sehen, eine Robbe die ganz genau weiß, dass die Touris gern mal einen Fisch herunterschmeißen, der bei der Fischbude nebenan extra angeboten wird. Die Möwen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Die sind teilweise so fix, dass der Hering gar nicht unten ankommt, sondern schon auf dem Weg dahin aus der Hand geschnappt wird. 


Falls das Fahrradfahren zu anstrengend ist, bietet ein Bauernhof in Keitum geführte Reittouren am Strand entlang an. Ich gehöre eigentlich nicht zu den typischen Pferdemädchen, aber mit einem so großen Tier durchs Wasser zu waten war schon echt cool. Wenn man dann noch den Sonnenuntergang abwartet, hat man auf jeden Fall wieder ein paar wunderschöne Bilder genießen können.  
Der Teekontor in Keitum ist einen Besuch wert, sowie die Kupferkanne, ein Café auf dessen Hofe die Bäume umgekehrt eingepflanzt wurden und die Wurzeln oben rausgucken, und in Westerland direkt werden häufig Ausstellungen, bzw. Vorträge über die Geschichte der Insel und das Hochwasser gezeigt, welche wirklich nicht uninteressant sind. Oben in List am Hafen gibt es ein neues Aquarium. Das ist sehr modern und sehr auf der Technik und Wissenschaft basierend, also fast ein Mix aus Aquarium und Museum und Bogenschießen kann man ebenfalls in Keitum.


Teuer wird es allerdings beim Ausgehen. In einer normalen Bar bekommt man seinen Mojito nicht unter 12€ und auch eine normale Pizza oder Pasta nicht unter 15. Aber wie jegliche Backpacker oder Low-budget Reisende ja mittlerweile wissen sollten, reicht ein kleiner Kühlschrank mit der Standardverpflegung aus und außerhalb gegessen wird nur zu bestimmten Anlässen. 

Alles in allem kommt es auf den Umgang mit dem Ganzen an, entweder man findet sich zu Recht neben den Anzugträgern, die sich lauthals in Restaurants über eine angebrannte Bratkartoffel beschweren und dessen Kinder auf Nudeln bestehen, auch wenn die nicht auf der Karte stehen, und lässt diese einfach links liegen, so wie die es mit einem auch tun würden, falls mal was passiert oder man steigert sich da richtig rein und wird sauer wenn man schon den Porsche auf den Parkplatz fahren sieht. Beides wäre wahrscheinlich gerechtfertigt, aber ich habe kein Problem auf der Insel Urlaub zu machen und mir davor und danach von den Kollegen Sprüche an den Kopf werfen zu lassen. Solange ich surfen und immer neue Dinge entdecken und erleben kann, bin ich leicht zufrieden zu stellen.

 
 
 

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